A Seated Craft

Of birds

A Seated Craft ist die Musik der australischen Sängerin, Songwriterin und Arrangeurin Alexia Peniguel. In ihrer Muttersprache ist ihr Künstlername eine Anspielung auf ein schlaues Wortspiel: im Englischen kann eine craft sowohl für ein Schiff oder Flugzeug, als auch ein Handwerk stehen, das besondere Fähigkeiten verlangt.

Album Cover

Erscheinungsdatum: 20.02.2015

„Of birds“ ist ein wunder¬sames Sammelsurium orchestraler Klänge voller Sprachgewalt und sprühender Lebendigkeit. Galt ihr Debüt¬album dem Nachhall von Distanz und Sehnsucht, widmet sich „Of birds“ der Herausforderung, das eigene Leben neu zu erfinden. „Ich wollte bewusst die Erfolge feiern und zugleich auch meine Enttäuschungen wür¬digen. So war mir wichtig, ein fast schon symphonisches Milieu zu schaffen, in dem beides zusammen be¬stehen kann“, beschreibt es Alexia. Zusammen mit Drummer und Toningenieur Benjamin Johnson, mit dem sie schon seit langem tourte, richtete sie in ihrer Berliner Wohnung ein improvisiertes Tonstudio ein und lud eine handverlesene Auswahl Berliner und internationaler Künstler zur musikalischen Mitarbeit ein. Darunter fanden sich der britische Folktronica-Künstler Cajita, der US-amerikanische Troubadour Ian Fischer und ihr Mentor und Multitalent Tony Dupé.

Das Ergebnis ist ein musikalisches Kaleidoskop, zusammengehalten von Alexias faszinierender Stimme: Trom¬pete, Schlagzeug, Klarinette, Cello, Altblockflöte und Klavier entwerfen Szenerien und weben Ge-schichten, die von einem Klangbett aus lädierten E-Gitarren-Sounds und virtuoser Akustik-Gitarre untermalt werden. Manchmal ist die Umsetzung karg und spärlich wie in der stillen, klagenden Ode an Galileo Galilei „1633 in Villa Medici“. Dann wieder leuchtet sie und sprudelt über vor Klangfarben, mit pulsierenden, hastigen Flügel¬schlä¬gen und dem Pochen eines Herzens in „Sardinia“. Die Orchestrierung nimmt sich Raum, um die Erzählung zu erhöhen. Wenn Alexia in „Sardinia“ singt „bird call cuts the morning like a new pack of cards“, schließen sich ihr Cellos, Recorder und Stimmen von Chorknaben als musikalische Zeugen an. Und wenn sie in „I find geese“ sich dafür schilt, in ihrer Selbstvergessenheit für die Schönheit im Angesicht der Vögel blind zu sein, „demand¬ing beauty as ducks brush the surface“ scheint es, als würden die oszillierenden Klänge von Orgel, Klavier und Akkordeon sich aus dem See selbst emporschwingen.

Vögel aller Couleur dienen der Erzählerin als Musen, Zeichen und Boten des Wandels, inspirieren sie zu philo¬so¬phischen als auch zu schlicht überlebensnotwendigen Überlegungen. Einer der gefiederten Musen kommt eine besonders tragende Rolle zu: dem australischen Laubenvogel. Der Bowerbird ist ein kleines, unschein¬bares Geschöpf, das, im Kontrast zu seinem eigenen Äußeren, ein prachtvolles, laubenähnliches Nest baut. Während der Balz sucht er seine Partnerin zu betören, indem er sein Nest mit dem buntesten Tand, den er nur finden kann, ausschmückt. In „Bowerbird Bacchanal“ vergleicht Alexia die Liebesmühen des Vogels mit der eigenen Erfahrung, ihr Leben von Grund auf neu aufzubauen, und sie ermahnt sich: „Build a bower, bound with blue and shiny things“. Das eigene Nest als Refugium, das nur der Schönheit verpflichtet ist und die Sehn¬sucht, sich einen Ort zu schaffen, aus dem heraus es sich trefflich singen lässt, durchzieht als Motiv das ganze Album.
Of birdsAlbum erhältlich bei

Aktuelle Neuerscheinungen mit Video