Albert Luxus

Diebe

In jeder Ecke eine Finesse, „Diebe“ ist ein Glanzlicht deutschsprachigen Indiepops

Album Cover

Erscheinungsdatum: 23.11.2018

Es sind viele Faktoren, die dieses Album so spannend machen: Da ist die enorme Detailverliebtheit bei recht konventioneller Rockbesetzung, in jeder Ecke ist eine musikalische Finesse zu entdecken. Wie und worüber gesungen wird, ist ungreifbar und will entziffert werden. So entgeht „Diebe“ dem kläglichen Phänomen deutschsprachiger Musik, allzu schnell abgestempelt und eingeordnet zu werden. Hinzu kommt die interessante Biografie der Band: Gegründet 2009, nahmen Matthias Albert Sänger (bezeichnenderweise Sänger der Band) und Andreas Kiwitt zwei auf Englisch gesungene Alben auf.
Nach vielen Jahren voller Erfahrungen, unter anderem bei den Indie-Elektronikern „When People Had Computers“ und den Surf-Sound Fetischisten von „Wellness“, wenden sich die beiden 2017 wieder verstärkt ihrer eigentlichen Profession zu, Albert Luxus.

Erstes Produkt war die im März 2018 auf Backseat veröffentlichte EP „Tea Time Honey“, fünf Stücke deutschsprachigen Indie-Pops mit leichtem, nostalgischen 50ties – Touch. Eine Collage aus Indie und Surf, der man die Verspieltheit seiner Schöpfer anmerkt. Zum Glück verliert das Duo aber nie den Blick für das Ganze, für das Funktionieren des Songs. Die beiden vergessen nicht den Pop, versäumen es nicht, einen Hit zu schreiben. Es gibt ja das geflügelte Wort der „intelligenten Popmusik“. Eigentlich ein Gegensatz an sich, lebt doch Popmusik von den Emotionen, die auch gerne mal etwas einfacher und direkter ausfallen können. Sinn macht diese Umschreibung aber in jenen Fällen, da es Künstler schaffen, Emotionen anzusprechen und das Ganze mit einer faszinierenden Klangwelt zu verbinden, welche die Fähigkeit entwickelt, auch nach dem dritten Hören in ihren Bann zu ziehen. Künstler wie das Kölner Duo Albert Luxus. Der Flutwelle an abgelutschten Popklischees setzen Albert Luxus ihre ganz eigene Bildersprache entgegen.

„Diebe“ ist ein Genuss für alle Freunde von eigenwilligen und vor allem spannungsgeladenen, deutschsprachigem Indiepop. Die Vorabsingles „Pina“ und „Jacuzzi“ bestechen durch luftige Gitarren und Leichtigkeit. Doch auch Anleihen von Post-Punk, Hamburger Schule und hippiesken Backing-Chören bereichern die vielseitigen Aufnahmen. „Aus anderen Sphären“ läuft als atmosphärisches Outro außer Konkurrenz, nochmal ein Beweis für die produktionstechnische Vielseitigkeit und mit seinem wehmütigen Gefühl ein weiteres Glanzlicht.
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