apRon

Auf dem Ponyhof

Laut sind apRon in der Tat! Ihr kompromisslos groovender Mix aus Rock, Metal, HipHop, Jazz und Reggae führt dem seit den Neunzigern oftmals falsch verwendeten Begriff vom Crossover eine neue und diesmal zutreffende Bedeutung zu. Und zum Helden wird man vor allem mit Zivilcourage und Aufrichtigkeit. Beides findet man in dieser Band in großem Maße.

apRon
Wer apRon bereits auf der Bühne erlebt hat, kennt die einzigartige Energie, die von den vier Musikern Marco Klingel, Sebi Weininger (Gitarre) Marvin Seymour (Bass) und Andreas "Medusa" Kuhn (Schlagzeug) ausgeht. Ihre Shows sind chaotisch und anarchisch, da fliegt Konfetti über die Bühne, außerdem gibt es, wie auf einem richtigen Kindergeburtstag, Spielchen und Selbstgebasteltes fürs Publikum. apRon nennen dieses mitreißende Bühnenspektakel ihr "Entertainment System", bei dem niemand vorher so genau weiß, was am entsprechenden Abend passieren wird, am allerwenigsten die Musiker selbst. Seit 2012, als die bereits einige Jahre existierende Band ein neues Konzept entwarf und anschließend mit dem zweiten Album Der Punch ihre - bis dato englisch verfassten - Ideen in deutschsprachiges Gedankengut umwandelten, feuern apRon aus vollen Rohren. Seither grassiert auch ein passender Oberbegriff für das bunte Treiben der Gruppe: Punch Rock, quasi abgeleitet von der wilden Energie und kompromisslosen Ehrlichkeit des Punks.

Apropos Ehrlichkeit: Wie die Punk-Bewegung Ende der Siebziger, die einer saturierten Wohlstandsgesellschaft den ausgestreckten Mittelfinger zeigte und zu sozialer Gerechtigkeit, Respekt und Toleranz aufforderte, prangern auch apRon mit Auf dem Ponyhof gesellschaftliche Missstände und Auswüchse einer aus den Fugen geratenen Welt an. Stellvertretend dafür steht der Song ´In Cerebrum Cacatur`, was ins Deutsche übertragen nichts anderes bedeutet als ´Ins Gehirn geschissen`. "Mit lateinischen Begriffen wird ja oft Autorität vorgegaukelt und mächtig Eindruck geschunden", erklärt Marco. "Auf diese Weise wird die Masse verarscht und bei wichtigen Themen für dumm verkauft." Ähnlich kritisch geht es auch im Stück ´Mensch aus Glas` zu, in dem apRon kraftvollen Alternative Rock mit Hardcore-Elementen mischen und vor dem Verlust von Individualität und Persönlichkeit warnen. In dieselbe Kerbe schlägt auch der Titelsong, eine Rocknummer mit Pop-Flair, in der es um Herdenverhalten und Gleichschaltung geht. Gleiches gilt für den HipHop-Groove-Rocker ´Gfllt mr ncht mhr`, der die Facebook-Generation und ihren zunehmenden Mangel an sozialen Kontakten thematisiert. Marco: "Der ´Gefällt mir`-Button ist schnell gedrückt, mitunter lassen sich echte Gefühle scheinbar per Mausklick abwählen." Ungewöhnlich wird es dagegen in ´Alice D`, einem Akustiksong mit Cowboy-Lagerfeuer-Atmosphäre und der bewusst offen gehaltenen Frage, ob es sich bei `Alice D.` um eine begehrte Frau oder um eine Droge (man könnte den Titel ja auch "LSD" aussprechen) handelt.

Produziert, gemischt und gemastert wurde Auf dem Ponyhof von Jakob Braun und Marvin Seymour in den Studios ´The Engine` und ´Failure Records`, den Gesang hat Till mit Erdem Engin in den Münchner ´Really Nice Studios` aufgenommen. Engin hat unter anderen bereits für Schandmaul auf ihrer Akustikscheibe Unendlich gearbeitet.
Aktuelle Releases mit Video