Beat 'n Blow

Über die Ufer

Unfassbar, dass Beat 'n Blow bereits seit zwanzig Jahren immer aufs Neue den allerfrischesten Wind unter die Leute blasen. Die acht Herren um die charismatische Leadsängerin Katie La Voix waren sozusagen die Wegbereiter der Neuen Europäischen Blasmusik, die in den letzten 15 Jahren ziemlich in Fahrt gekommen ist.

Beat 'n Blow
Dennoch: Beat 'n Blow haben sich bis heute ihre Frische und Einzigartigkeit bewahrt. Das liegt nicht zuletzt an Power-Front-Frau Katie La Voix mit ihrer prägnanten Stimme und ihren eindringlichen und prägnanten Texten.

So vielfältig die Szene inzwischen auch sein mag – Beat 'n Blow sind noch immer die Einzigen, bei denen eine Frau den Ton angibt und auch stilistisch die Richtung weist. Seit mehr als zehn Jahren schreibt sie nicht nur die klugen Texte, sondern auch die Musik für ihre Kollegen. Die Arrangements entstehen meist in Zusammenarbeit mit Tubisten Steve R. Lukanky. Und die haben es in sich. Ein Stil, schwer fassbar, aber die volle musikalische Wucht – ganz ohne polyphone Instrumente.

Grenzen überfliegen Beat 'n Blow im lässigen Groove einmal rund um den Planeten: Hier ein bisschen entspannter Reggae, da eine Prise heißer Funk, jede Menge Soul und viele Sounds, die man einer Blaskapelle nun wirklich nicht zugetraut hätte.
Kein Wunder also, dass das sechste Album der Band „Über die Ufer“ heißt, denn über die Ufer tritt der fiebrige Soundfluss bei jedem einzelnen der 14 Songs auf dem neuen Album, das ganz frisch auf dem Markt ist. Den exzellenten Trompetensound zaubern Lukas Linhart und Steve M. Gold, für die Saxofone sind Björn Frank und Bernhard Ullrich zuständig, an der Posaune sorgt Christian Fischer für den richtigen Flow, unterstützt vom Tubisten Steve R. Lukanky und die Schlagwerker Micky Bister und Enno Kuck, die immer einen fetten Beat unter den Fingern haben. Alles wird zusammengehalten von Katie La Voix' eindrucksvoller Stimme. Rau, gewaltig, voller Seele. Und das in jedem einzelnen Stück voll auf den Punkt. Wie beim treibenden Hit „Keine Zeit“, Opener des Albums, wenn Katie sich im Stakkato durch die hektischen Zeiten singt und dabei heftige Seitenhiebe auf das Höher- Schneller-Weiter-Denken austeilt.

Ihre stimmliche Vielfalt lässt Katie La Voix beim englischen Song „Imperial Girl“ voll zur Geltung kommen und entführt die Zuhörer in eine fast magische Welt. Und dann geht es schnurstracks ab in die Realität – das Liebeslied „Du“ changiert zwischen Metall und Reggae. Eher ruhig und nachdenklich kommt „Ich weiß nicht wie“ daher, in dem es um Zweifel, Ratlosigkeit und Orientierungslosigkeit geht und darum, dass das schöne Leben eben einfach auch manchmal verdammt weh tun kann. „Wenn es Nacht wird in Paris“ geht es mit Katie im Trenchcoat durch die regennassen Gassen der Metropole.
„So much the Music“ ist eine ziemlich überzeugende Liebeserklärung an die magische Kraft der Musik. Und so wundert es auch nicht weiter, dass Katie gleich darauf fragt, „What can I do?“, denn die Zeit wird nicht mehr leichtfertig verschwendet, es geht mit Höchst- geschwindigkeit zu „Aljosha“, dem Hellersdorfer Prinz am Abgrund. So leicht, wie Beat 'n Blow zwischen den Styles wechseln, so mixt Katie in „Beat Boat“ die Sprachen und lässt keinen Zweifel an der musikalischen Botschaft: Beat 'n Blow sind pure Energie, für die Musik geboren. Und dann ist da noch „Blow Air“, ein tightes Instrumental, das in drei Versionen auf dem Album verteilt ist und bei dem die Herren auch mal solo zeigen dürfen, was sie drauf haben, bevor Captn Katie wieder das Ruder übernimmt.
Wenn diese Blasmusik spielt, verlieren Grenzen ihre Bedeutung.
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