Big John Bates

From the Bestiary to the Leathering Room

Mit dem nunmehr zweiten Album ohne die Vodoo Dollz haben Big John Bates spätestens ihren unverwechselbaren Stil manifestiert. In zehn Songs nehmen uns die Kanadier mit in die teils mysteriöse und düstere Welt des Southern Gothic Death Cult, geprägt von Americana Noir, Blues und Exotic-Rock 'n' Roll.

Album Cover

Erscheinungsdatum: 24.04.2015

Auf Bestiary begegnen wir einem fast orchestralen Line Up. Neben den ganz typischen Gretsch Gitarren von John und Brandys Kontrabass haben beide neue Instrumente für sich entdeckt und erprobt. So kommt bei John jetzt mitunter die Mandoline zum Einsatz und Brandy arbeitet auch mit der Geige. Diese extravagante Instrumentierung und ihre Gesangsstimmen, die kaum unterschiedlicher sein könnten, erfahren auf dem neuen Album Unterstützung von Leanne Laboucher am Cello, Greg Gravy an der Mandoline und Schlagzeuger JT Massacre von Brother Kris, der bei einigen Songs die Drumparts einspielte.

Man hört diesem Album mit jedem einzelnen Stück die Liebe zum Detail und die ungeheure Sorgfalt an, die Big John Bates dieser Produktion gewidmet haben. Größtenteils wurde die Musik auf Johns Hausboot in Vancouver aufgenommen und sie klingt, als wäre das Holz der Instrumente eine Symbiose mit dem Teak des Boot-Interieurs eingegangen. Der Sound hat durch Brandys Gespür für gutes Songwriting einmal mehr an Vielfalt und Originalität gewonnen, auch ihre Liebe für klassischen Country der 1940er und 50er Jahre fließt hier mit ein. Entsprechend beschreibt Brandy auch den Klang der Band: "Mit der stärkeren Konzentration auf orchestrale Instrumente würde ich sagen, dass unsere Musik deutlicher in Richtung symphonischer Americana geht." Und John ergänzt, dass "wir darauf geachtet haben, die Balance zu halten zwischen hell und dunkel, Härte und Melodie. Brandy und ich sind ein bisschen wie Zirkuskinder, unsere Musik ist immer auch ein Stück weit ein Balance-Akt."

Doch was hat es mit dem mysteriösen Titel auf sich? Hier muss John etwas ausholen: "Ich träume oft sehr lebhafte und verstörende Geschichten. "The Leathering Room" ist ein Ort im Traum, an den Kreaturen gehen, wenn sie nicht länger einem "höheren Zweck" dienen, um gehäutet und geledert zu werden. Dieser Traum war sehr düster und makaber. Das "Bestiarium" oder auch "Buch der Bestien" aus dem Mittelalter beschreibt eine Bestie und nutzt diese Beschreibung als Basis für eine allegorische Lehre. Es war nicht nur ein religiöser Text, sondern auch eine Beschreibung der Welt, wie sie damals gesehen wurde. Für mich bedeutet der Titel, man nimmt eine wilde Bestie oder einen Mann oder eine Stellvertreterfigur und nutzt ihn zur Gewinnmaximierung und wenn er seinen Job nicht mehr macht, wirft man ihn einfach weg." In jedem Fall ein Traum, der in dieser außergewöhnlichen Musik seine Entsprechung findet.
From the Bestiary to the Leathering RoomAlbum erhältlich bei

Aktuelle Neuerscheinungen mit Video