BRTHR

High Times For Loners

Stringenz und Mut zu Neuem: BRTHR‘s Album Nummer drei

Album Cover

Erscheinungsdatum: 06.11.2020

„High Times For Loners“ ist der beinahe prophetische Titel des neuen Albums von BRTHR - betitelt und aufgenommen, kurz bevor im März 2020 fast überall auf der Welt Menschen die Supermarktregale leerkauften und sich in ihre Wohnungen zurückzogen. Die Aufnahmen fanden einmal mehr in Max Brauns Studio im Westen Stuttgarts statt. Auf ihrem nunmehr dritten Album klingen BRTHR frisch und energetisch - kompakte, von Folk und Soul beeinflusste Songs stehen neben luftigen und offen arrangierten Stücken. Philipp Eissler singt unaufgeregt und ohne falsche Sentimentalität von Einsamkeit, Vergänglichkeit und Mauern in Köpfen und an Landesgrenzen. Und doch schwingt in allem das hoffnungsvolle Versprechen hellerer Tage mit - ein Album wie das Licht am Ende des Tunnels.

Beim Entstehungsprozess der neuen Platte ging es der Band darum, alte Wege und Denkmuster zu hinterfragen. Einfach weiter machen wie bisher? „Wir haben uns damit nicht leichtgetan, viel verworfen und überarbeitet, gestritten und dann doch einen gemeinsamen Weg gefunden," so Sänger und Texter Philipp Eissler. Die stilprägende Lässigkeit ist in diesem Prozess mitnichten abhandengekommen. Lieder wie „House of Love“ und „San Diego“ tragen nach wie vor den Mut zur Langsamkeit in sich und entschleunigen wohltuend. Doch finden sich auf dem neuen Album auch Uptempo-Songs, wie der rhythmisch beeindruckende Titeltrack und der mitreißende „Right Before Our Eyes“, der die inhumane Migrationspolitik Europas kritisiert. Einen ebenso politischen Ton schlagen BRTHR mit dem im Radio vielgespielten Album-Opener „Speak Loud (When You Speak Love)" an. Zum Erscheinen der Single wurde eine social media Kampagne lanciert, bei der Bands, PolitikerInnen (wie Hamburgs Kultursenator Dr. Carsten Brosda) und AkteurInnen der Musikbranche Videostatements zum Thema "Solidarität in Corona-Zeiten" beitrugen. Hier die YouTube-Playliste mit allen Beiträgen.

Nach wie vor erhält die präzise Reduktion den Vorzug vor Überfrachtungen. So bekommen die griffigen Gitarrenriffs von Joscha Brettschneider immer den Raum, den die benötigen. „Strawberry Love“ und „The Way It Is“ sind herrliche Beispiele dafür, die sich lange im Ohr festsetzen. „If That’s What You Want Me To” repräsentiert hingegen die neue Offenheit in den Arrangements. Bei der improvisiert anmutenden Anfangssequenz würde es nicht verwundern, stimmte ein entspannter Bill Callahan oder Will Oldham ein. Und da ist sie schon wieder, die Referenz nach Übersee. Schon zum Vorgängeralbum „A Different Kind of Light“ verordnete die Musikpresse den Sound „eher nach New Mexiko als nach Baden-Württemberg.“ (Akustik Gitarre). Die VISIONS beschrieb den Sound als „friedfertigen Americana-Folk, der die Weite von Neil Young und das sengende Flimmern von Calexico“ vereine.

Während sich Philipp Eissler und Joscha Brettschneider, die um Max Braun am Bass sowie Johann Polzer am Schlagzeug ergänzt werden, in diesem Sommer mit ein paar Open Air Veranstaltungen und Livestreams begnügen mussten, wird es - sobald möglich - eine ausgiebige Release-Tournee geben. “High Times For Loners“ erscheint am 6. November auf Backseat.
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