Das war Krach

Protokino

DAS WAR KRACH ist eine neue Band aus Zürich und verschmilzt knarzige Elektroböden mit poprockigen Attitüden. In den deutschen Texten finden sich ironische Seitenhiebe an die User von neuen Medien oder auch nur das ganz normale Hadern mit der eigenen Existenz. Flankiert von Ausbrüchen ins Rockige und Melancholische garnieren DAS WAR KRACH ihr Oeuvre mit einer ordentlichen Prise Rotz und Scharfsinn.

Das war Krach
Die Stimme von Michel wird dabei immer wieder abgewechselt von seiner Partnerin Marion, und das elektronische Grundgerüst wird von rumpligem Schlagzeug und britischen Gitarren komplettiert. Eine Mischung, die man so nicht aus der Schweiz erwarten würde und dort entspechend einzigartig ist. Im Frühling 2013 machten DAS WAR KRACH mit einer ersten Single in Form einer 10? Vinylplatte auf sich aufmerksam. Die beiden darauf enthaltenen Songs gaben bereits einen Vorgeschmack auf das kommende Album: Selbstdarstellung und neue Medien sind die wiederkehrenden Themen auf dem Longplayer “Protokino”, der ebenfalls auf Vinyl mit Downloadcode erscheint.

Mit dem Song “Gefällt mir” haben DAS WAR KRACH die heutige Facebook-Mentalität treffend vertont: die wahllose Zurschaustellung des eigenen Privtatlebens in all seiner Banalität, die Überhöhung der eigenen Bedeutsamkeit und die damit verbundene Irritation des Betrachters.

Der Gesang im treffend getitelten Song “Gefällt mir” klingt nach Müdigkeit und Überdruss, gleichzeitig vertritt er trotzig die Haltung “Alles ist wichtig!” und hechelt verzweifelt nach Anerkennung mit dem Wunsch “Ich will, dass es Euch gefällt!”.

Das Thema Neue Medien findet sich auch in weiteren Songs: das Internet als Informationsquelle, die von vielen Menschen nicht mehr kritisch hinterfragt und zunehmend bedenkenlos genutzt wird, ist da nur ein Aspekt. “Ich weiss es!”, wird im gleichnamigen Song beharrt, “ich habs online nachgeschaut!“, um schliesslich mit dem dutzendfach wiederholten Mantra „ich bin informiert“ die eigene Überzeugung zu zementieren.

DAS WAR KRACH nehmen die moderne Informationsgesellschaft mit ihren narzisstischen Auswüchsen auf die Schippe, teils humorvoll, teils mit nachdenklichem Unterton. Die Band demonstriert damit ihre eigene Zerrissenheit im Wissen darum, selber Teil der angeprangerten Mechanismen zu sein. Ob laut und überspitzt oder grüblerisch, immer ist da dieses sichere Gespür für knackige Sounds und eingängige Harmonien. DAS WAR KRACH hauen zwar gern auf die Pauke, machen jedoch alles andere als Krach!
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