EsRAP

Tschuschistan

Wien Ottakring, Frühjahr 2019. Seit 1 1/2 Jahren steht Österreich im Bann einer Regierung, die es sich offenbar zum Ziel gemacht hat, die Gesellschaft zu spalten um ungestört Sozialabbau betreiben zu können. Doch jeden Donnerstag stehen tausende Menschen auf der Straße um dagegen zu protestieren. Mittendrin sind EsRAP.

Album Cover

Erscheinungsdatum: 28.06.2019

Die beiden Geschwister Enes und Esra Özmen sind als Enkel der Gastarbeiter noch immer fremd im eigenen Land. Doch auch in der Türkei, der alten Heimat der Großeltern, sind sie nicht zu Hause, sondern werden bei Besuchen als Touristen wahrgenommen. Was bleibt ihnen also anders übrig, als sich auf nach TSCHUSCHISTAN zu machen, auf in die utopische Heimat für all jene, die keine haben und sich nirgends zu Hause fühlen.

Mit TSCHUSCHISTAN liegt nach mehreren Mixtapes und digitalen Veröffentlichungen in den letzten Jahren nun das Debut Album von EsRAP vor. Neben dem Klassiker „Der Tschusch ist da“ enthält es durchwegs neue Nummern des Wiener Duos. Produziert wurde das Album zum Großteil von Freshmaker, einem der aktuell international gefragtesten heimischen Produzenten. Beats kommen weiters von Testa (Duzz Down San) und Uwe Felchle. Als Gäste haben sich der langjährige EsRAP Begleiter Kid Pex und die schräge Balkan-Metal-Band Gasmac Gilmore eingefunden, deren wilder Sound sich gut mit den Raps und Gesangslinien von EsRAP verträgt.

EsRAP haben sich für dieses Album lange Zeit genommen, um ihre stilistische Bandbreite zu erweitern und die richtige Mischung zwischen traditioneller arabesker Musik und modernen Hip Hop Sounds zu finden. Gerade Nummern wie der Titeltrack „Tschuschistan“ oder das ungewöhnliche „Dunya Ve Alem“ zeigen eine neue, melancholische Seite von EsRAP. Oder einen feinen Sinn für Ironie, wenn sie mit Kid Pex über einen Beat von Testa in der Nummer „Kids of Diaspora“ ihren Tschuschen-Style abfeiern und die popkulturelle Gentrifizierung durch Hipster-Shit dissen. Doch bei aller Kritik am System und den Zuständen im Allgemeinen verstehen es die beiden weiterhin zu feiern und Party zu machen, zu sehen in den letzten beiden Videos „Kabadayi“ und „Para Queen“.
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