Grand Analog

Modern Thunder

HipHop, R&B, Dub-Reggae und diverse andere Musikrichtungen vermengen Grand Analog zu einem geschmackvollen, eingängigen und vor allem originellen Stilmix, der der Gruppe aus Toronto in den letzten sieben Jahren nebst jeder Menge Festival-Gigs in ganz Nordamerika auch Opening-Slots bei Konzerten von so unterschiedlichen Künstlern wie The Herbaliser oder Big Boi (Outkast) bescherte.

Grand Analog
Ein Missverständnis will Odario Williams, Frontmann und Rapper der kanadischen Formation Grand Analog, gleich zu Beginn ausräumen: „Wir sind keine Band im eigentlichen Sinne. Ich verwende lieber die Bezeichnung 'Kollektiv', denn wir sind alle sehr individuelle, unterschiedliche Menschen, die alle zum kreativen Prozess und der Musik von Grand Analog beitragen“, erklärt der im südamerikanischen Guyana geborene und im kanadischen Winnipeg aufgewachsene Odario. Zusammen mit seinem Bruder DJ Ofield, Drummer TJ Garcia, Bassist Warren Bray und Produzent Alister Johnson veröffentlicht er nun bereits das dritte Grand-Analog-Album. Und auch „Modern Thunder“ lässt sich, genau wie die beiden Vorgänger, schwerlich einem bestimmten Genre zuordnen.

HipHop, R&B, Dub-Reggae und diverse andere Musikrichtungen vermengen Grand Analog zu einem geschmackvollen, eingängigen und vor allem originellen Stilmix, der der Gruppe aus Toronto in den letzten sieben Jahren nebst jeder Menge Festival-Gigs in ganz Nordamerika auch Opening-Slots bei Konzerten von so unterschiedlichen Künstlern wie The Herbaliser oder Big Boi (Outkast) bescherte. „Mein Vater betätigte sich in den Achtzigern als Reggae-DJ, also hatten mein Bruder und ich jede Menge Platten zu Hause, von Reggae über Soul bis Funk. Aber als Jugendliche rebellierten wir natürlich gegen unsere Eltern“, lacht Odario. „Und deswegen fingen wir an, Rap zu hören.“

Rap ist auch ein wichtiges Element in der Musik von Grand Analog, aber dank der eklektischen musikalischen Sozialisation der Mitglieder passiert hier musikalisch viel mehr, als auf den handelsüblichen zeitgenössischen HipHop-Veröffentlichungen. „Ich habe dank meines Umfelds viel über andere Musik gelernt, ich kenne mich gut mit Rock'n'Roll und Folk aus, aber auch mit Jazz. Mein Bruder hört viel elektronische Musik und Drum & Bass, und all diese Einflüsse verarbeiten wir natürlich in unserer Musik. Wobei das nicht einmal gewollt ist, es fühlt sich einfach natürlich an.“

Die Klischees, die mit dem Dasein als Rapper einhergehen, möchte Odario ganz explizit aufbrechen. Und hört man genau hin, was er in Songs wie „Rap Sheet“, „Modern Day Fool“ oder „People People“ so von sich gibt, wird auch klar, wie wichtig Odario diese Agenda ist. „Wenn du diese Songs gehört hast, dann will ich, dass du danach eine andere Vorstellung von dem Konzept 'Rapper' hast. Ich möchte den Verstand der Hörer öffnen, und deswegen spreche ich auch keine stereotypischen Rap-Themen an, sondern lieber darüber, wie wichtig es ist, einzigartig und individuell zu sein. Nicht alle Rapper sind gleich, das will ich den Leuten vermitteln.“

Und auch wenn „Modern Thunder“ eine spannende, vielseitige und äußerst eingängige Platte geworden ist, ihre wahre Stärke sehen Grand Analog jedoch auf der Bühne. Kein Wunder, entfaltet sich hier die besondere Chemie des Kollektivs auf eine ganz spezielle Weise: spontan, kreativ - und vor allem wahnsinnig sympathisch. „Vielleicht muss man uns wirklich erst live sehen, um zu verstehen, dass die menschliche Komponente bei uns genauso wichtig ist wie die Musik“, sinniert Odario. „Wir sehen ja selbst, wie stark unsere Live-Show die Leute bewegt. Und das interessanterweise auch völlig unabhängig davon, woher die Leute kommen oder welche Musik sie eigentlich hören. 'Modern Thunder' trägt dieser Erfahrung Rechnung.“ Und das hört man dem Album auch ganz deutlich an.
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