Haudegen

Blut

Mit der Platte „Blut“ verleihen Haudegen ihrer Wut Ausdruck und weisen auf Missstände hin. Damit knüpfen sie an ihre allererste EP an und kehren zu ihren rauen, lauten Wurzeln zurück. „Blut“ ist das Album, das Haudegen schon immer machen wollten, aber das ihnen lange verwehrt blieb.

In den vergangenen Jahren waren Haudegen eher der ruhige Zeitgenosse. Hagen Stoll und Sven Gillert haben Hymnen und Balladen über Freundschaft und Liebe gesungen, außerdem interpretierten sie „Altberliner Melodien“ neu. Doch Haudegens harte und raue Seite, die schon vor sieben Jahren auf ihrer allerersten EP zu hören war, kam dabei viel zu kurz. Mit dem Album „Blut“ knüpfen Hagen und Sven nun an diese EP an. Es ist das Album, das Haudegen schon immer machen wollten, aber ihnen in der jüngeren Vergangenheit verwehrt blieb.

„Der Haudegen, den wir bisher gezeigt haben, ist ein gesetzter Mann, der Prinzipien und Haltung hat, der anständig, höflich und zuvorkommend ist, sich ordentlich verhält. Aber ein Haudegen kann auch wütend werden“, erklärt Hagen.

Mit „Blut“ kehren Haudegen nun zu ihren Wurzeln zurück: Es wird laut und kompromisslos! „Bei 'Blut' hörst du eine Wut. Die Platte ist sehr stur, aggressiv und voller Energie. Wir nehmen kein Blatt vor den Mund und sprechen die Dinge so an, wie sie sind“, sagt Hagen. „Die Wahrheit tut halt manchmal weh, aber das ist in Ordnung – wenn man seine Wut immer nur unterdrückt, dann geht es einem damit nicht besser, sondern schlechter. Wut kann dich kaputt und depressiv machen.“

Hagen hat Recht. Musik ist auch immer ein Ventil. Und deswegen nehmen Haudegen aus ihrer Wut etwas Positives mit und packen es auf eine Platte: „Wir waren lange nicht wütend – obwohl wir allen Grund dazu hatten. Und so eine Antihaltung kann auch positiv sein, wenn sie intellektuell getränkt ist, wenn du deine Meinung und Prinzipien mit Fakten untermauern kannst“, sagt er. Auf „Blut“ geht es um gesellschaftskritische und sozialkritische Themen. „Als Musiker hat man eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Unsere Musik ist ein Sprachrohr, wir fühlen uns verpflichtet, die Wut vieler Menschen auszusprechen. Ein Haudegen ist auch jemand, der auf Missstände hinweist“, ergänzt er.


Außerdem wollen Haudegen „mit dem 'Blut'-Album die rechte Tür vernageln“, wie Sven erklärt. „Die großen Topplayer in der Deutschrockszene, die die großen Hallen voll machen oder am Hockenheim-Ring spielen, kokettieren damit. Die lassen sich das rechte Hintertürchen auf, damit sie schön viel verkaufen. Aber wir finden es zum Kotzen, wenn auf Konzerten Reichskriegsflaggen hängen! Das gibt es bei uns nicht und hat in der Musik nichts zu suchen! Deswegen ist es uns so wichtig, auf 'Blut' auch politische und gesellschaftskritische Aussagen zu machen.“

Die „Blut“-Platte ist ein Meilenstein für Haudegen: „Wir können damit endlich wieder zeigen, wie und wer wir sind. Wir sind keine Interpreten, sondern Künstler – wir sind die letzten unserer Art“, sagt Hagen. „Das ist unsere Kunst, die wir in uns tragen und präsentieren wollen.“ In einer Zeit, in der Musik oft künstlich, austauschbar und berechnet scheint, bringen Haudegen eine echte und rohe Platte heraus. „Das ist ein Teil von uns. Wir wollten schon immer weg von da, wo alle hinwollen. Unser ganzes Leben ist davon geprägt, gegen den Strom zu schwimmen“, erklärt er.

Die Titel des „Blut“-Albums sind bereits vor einem Jahr entstanden. Mehrere Wochen waren Hagen und Sven mit ihrer Band und dem Produzenten Christoph Hessler in Spanien, haben an Texten und Melodien gefeilt. Aufgenommen haben Haudegen die „Blut“-Platte dann zuhause in den Berliner Hansa Studios. Die Besonderheit dabei ist, dass sie mit ihrer Band alles live aufgenommen haben.

Musikalisch dominieren auf „Blut“ vor allem laute Gitarrenriffs und harte, authentische Rockmusik mit AC/DC- oder Metallica-Feeling – nur eben auf deutsch. „Es wird knüppelhart“, meint Sven, „die Platte klingt eben wie die Wut, die in uns steckt.“ „Blut“ hat Ecken und Kanten. Hagen fügt hinzu: „Zum Teil hat das Album sogar eine Crossover- und Hip-Hop-Attitude á la Rage Against The Machine“.
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