Ian Fisher

Idle Hands

Ein unmittelbarer, lebendiger Klang, aufgenommen in einem kleinen Studio, umringt vom Berliner Plattenbau.

Album Cover

Erscheinungsdatum: 31.08.2018

Mit seinem neuen Album „Idle Hands“ öffnet der in Amerika geborene und in Europa aufgewachsene Weltbürger die Schranken und entwickelt ein neues Selbstbewusstsein als moderner Songwriter klassischer Prägung. Ian Fisher wuchs mit der Plattensammlung seines Vaters auf, mit dem Songwriting der 70er Jahre, als Stilvielfalt die Paradedisziplin und ein behutsamer Groove allgegenwärtig war. Bill Withers, Jackson Browne und Fleetwood Mac sind Namen, die einem im Zusammenhang mit der warmen Klangästhetik von „Idle Hands“ in den Sinn kommen. Doch dieses Album blickt nicht nur in die Vergangenheit. Ohne die Inspiration durch aktuelle Künstlers wie Timber Timbre oder Andy Shauf wäre wohl kaum so ein zeitgemäßer Klang möglich gewesen.

Aufgenommen wurden die Songs in einem kleinen Studio umringt von Ostberliner Plattenbau, live eingespielt mit jener Band (Andreas Laudwein / Bass, Ryan Thomas Carpenter / Keyboard, & Hanno Stick / Schlagzeug), die Fisher zuvor bei einer Tour durch Italien begleitet hatte. Man spürt, dass diese Musiker Zeit hatten, sich kennenzulernen und nun souverän eine gemeinsame Idee verfolgen. Kein Instrument drängt sich in den Vordergrund, allein der Song gibt die Richtung vor. Streicher-Arrangements von Cornelius Borgolte und die Pedal Steel von Ollie Samland komplettieren das Ensemble.

Eine besondere Note ergänzte zudem die dänische Sängerin Ida Wenøe, deren einnehmende Stimme in einigen Background-Chören zu hören ist. So präsentiert das Album einen unmittelbaren, abwechslungsreichen und lebendigen Klang, den eine sanfte Note verbindet.

Die Öffnung des Songwriting findet ihre Entsprechung auf der textlichen Ebene. Das Herzeleid ist noch da und ihr Spiegel ist eine globale Gesellschaft. Es versteckt sich eine Komplexität in diesen simplen Lyrics, die den Liedern ihre wahre Tiefe gibt. Fisher fiel es immer schwer, persönliche Gefühle und Erlebnisse von der Reaktion auf globale Entwicklungen zu trennen. Seine Texte behandeln genau diese verschwimmenden Grenzen. Doppeldeutigkeiten werden decodiert und Interpretationsspielräume mit neuen Denkanstößen ausgefüllt.

„Idle hands do the devil’s work“, lautet ein bekanntes Sprichwort. Die Sorge, nutzlos zurückgelassen zu werden, sei es im persönlichen oder sozialen Leben, ist daher ein allgegenwärtiges Thema des Albums. Fisher stellt poetische Vergleiche zwischen einem verlassenen Beziehungspartner und der Angst der westlichen Mittelschicht vor dem sozialen Abstieg an. Wir alle möchten gebraucht werden und einen Zweck erfüllen. Vom Bergmann in West Virginia oder die Arbeitslosen in Osteuropa bis zu einem weltgewandten Songwriter.

Mit „Idle Hands“ erinnert uns Ian Fisher daran, wie wir uns oft selbst nützlich machen, indem wir unsere eigenen Herausforderungen schaffen.
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