Kellerkommando

Beelzebub

Er ist der Herr der tausend Namen und tausend Erscheinungsformen, der die Menschen schon seit alter Zeit magisch anzieht. Manche sagen, er hätte den Schnaps gemacht, andere behaupten, von ihm stamme die Blue Jeans. Oder der Rock `N Roll.

Album Cover

Erscheinungsdatum: 17.07.2015

Er ist: Der geheimnisvolle Fürst des Müßiggangs und des Lasters, der die Welt zu ausgelassenem Treiben und sündigem Vergnügen verführt. Und auch dem Kellerkommando war es schon immer sternhagelklar: Laute Musik ist Teufelswerk!
Und genau deshalb lädt das süddeutsche Urban-Volxmusic-Kollektiv nun zum Veitstanz ein, bei dem man mit seinem brandneuen Album diabolisch grinsend den „Belzebub“ herauf beschwört!

Kellerkommando sind hervorgegangen aus dem seit über einem Jahrzehnt von Frontmann Dada Windschi veranstalteten „Anti-Stadl“ - einem krachig lauten Gegenentwurf zum vergreisten Volksmusik-Zombie-TV, der sich längst zum Kult-Event für hunderte von Feierwütigen entwickelt hat, die zu einem Sound zwischen Bauernstübl und Rock-Show die Kuh fliegen lassen. Seit seiner Gründung im Jahr 2009 zählt das Kellerkommando zu den wohl eigensinnigsten, außergewöhnlichsten und mitreißendsten Formationen innerhalb der deutschen Musiklandschaft, die mit ihrem ebenso einzigartigen, wie sofort ansteckenden Crossover aus Electro, Volksmusik und Deutsch-Rap die Massen begeistert. Bereits auf dem 2013 releasten Debütalbum „Dunnerkeil“ kreierten Kellerkommando mit ihrem anarchistischen Breitwand-Mix aus Alt und Neu die fehlende Verbindung zwischen modernen Abgeh-Sounds und Jahrhunderte altem Brauchtum. Angesagte Club-Vibes verbinden sich mit fränkischer Volksmusik: Dicke Elektro-Beats treffen auf fette Pauken und Trompeten, deutsche HipHop-Rhymz auf überlieferte Mundart, Swag auf Tradition, Skillz auf Pils. Beziehungsweise: Ungespundetes, süffiges Kellerbier.
Kellerkommando demonstrieren erfolgreich, dass sich Hirschgeweih und In-Your-Face-Groove absolut nicht widersprechen, sondern ziemlich gut ergänzen. Raus aus dem Keller – rauf auf die Bühne! Nachdem man es vor zwei Jahren schon auf „Dunnerkeil“ nach allen Regeln der Kunst blitzen und krachen ließ, entfesseln Kellerkommando nun mit „Belzebub“ ein heftiges Sommergewitter der guten Laune!

Dada Windschi (Gesang & Akkordeon), André Wedel (Rap & Gesang), Schalli Schalanda (Trompete), Ilya Khenkin (Posaune), Patrick Köbler (Keyboard), Sebastian Schubert (Bass) und Norbert Weinhold (Schlagzeug) - sieben perfekt aufeinander eingeschworene Mondscheinbrüder, die mit ihrer (t)rotzigen Vision von Urban Volxmusic den ursprünglichen Geist alter Traditionen ins Hier und Jetzt transportieren. Schon vor 100 Jahren war die Volksmusik in Wirtshäusern vergleichbar mit heutiger Partymusik - damals allerdings gezwungenermaßen unplugged mit Zither statt E-Gitarre und Hackbrett statt Drums. Auf „Belzebub“ haben Kellerkommando nun ihren markanten Signature-Sound erweitert, gefestigt und um das eine oder andere bisher noch nicht so präsente Klangelement ergänzt.
Gemeinsam hat sich das Septett in verschiedenen Studios zwischen Nürnberg, Köln und Berlin von den verschiedenen Kulturkreisen inspirieren lassen, ist seinem bestens bewährten Bauchgefühl auf der Suche nach neuen (und natürlich auch alten) Einflüssen bis in dunkelste Ecken gefolgt und hat seinem sprichwörtlichen Spieltrieb freien Lauf gelassen.

„Auf unserem Debütalbum waren wir noch auf der Suche nach unserem Stil“, so Dada Windschi. „Auf `Belzebub` haben wir unseren Weg gefunden. Anfänglich stand die Volksmusik im Vordergrund, um die wir moderne Beats gebaut haben.
Heute haben wir ein besseres Selbstverständnis; ein klareres Bild, was unseren Kellerkommando-Sound ausmacht. Mittlerweile hat sich ein richtiger Flow ergeben, bei dem wir unsere verschiedenen Vorlieben aus sämtlichen musikalischen Genres zusammenbringen und zu einem großen Ganzen verschmelzen. Alles ist diesmal sehr unterbewusst entstanden; trotzdem ist eine deutliche, direktere Linie zu erkennen.“ Kellerkommando bitten zum Popkultur-versus-Tradition-Diskurs, bei dem der Spirit der Volksmusik keinesfalls nur als hübsche Sound-Dekoration dient, sondern eine manchmal druckvolle, manchmal entspannte und nach oben hin offene Nackenbrecher-Einheit mit Musikrichtungen wie Rock, Pop, Rap, Reggae und Polka bildet. „Wir hatten während der Aufnahmen einen saumäßigen Spaß“, lässt
Dada durchblicken. „Ständig entwickelten sich ganz spontan völlig schräge Ideen.
Dinge, bei denen wir uns wirklich gefragt haben, ob man das überhaupt noch bringen darf, oder es schon zu weit draußen wäre. Ich denke, von dieser enormen Experimentierfreunde und den daraus resultierenden Überraschungsmomenten lebt das ganze Album.“

Wieder einmal hat es Kellerkommando-Kommandant Dada Windschi in die spinnweb-bedeckten Archive volkstümlicher Forschungsstellen verschlagen, um in verstaubten Schallarchiven, uralten Chroniken, Gesangsbüchern und vergilbten Notensammlungen nach Inspirationen zu graben. Mit unschätzbar weird-voller
Ausbeute, wie man auf „Belzebub“ stolz demonstriert: Sofort nach dem Intro (einer aus dem Jahr 1909 stammenden LP-Originalaufnahme volkstümlich knisternder Unterhaltungsmusik) lassen Kellerkommando auf „Uns geht´s gut“ die Fetzen fliegen. Die nahtlos folgende Vorabsingle „Ganz anders“ dagegen kommt mit ihren gechillten Reggae-Vibes tiefer gelegter daher, als so manches Dirndl-Dekolletee auf dem Bamberger Bierfest. Mit dem Titelsong – dem bei weitem düstersten Track auf dem ganzen Album - treten Kellerkommando dem landläufig verbreiteten „Heile Welt“-Image der Volksmusik mit Anlauf ganz gehörig in den Allerwertesten, bevor
man sich auf dem funky treibenden „Helene“ augenzwinkernd vor der gleichnamigen Schlagerqueen verneigt. Hintergründig wird es mit dem auf einer alten Landstreicherballade basierenden „Kompanie“ und dem Kesselflicker-Lied „Von Haus zu Haus“, das von den Franken kurzerhand zum launigen Laterne-Lied umfunktioniert wurde.

Und schließlich wäre da noch Kellerkommandos ganz persönliche Liebeserklärung an die Damenwelt: „Vogelfänger“; einem Song mit ganz besonderen Bezügen: „Den Satz `Komm schon mach die Braut klar` hat mein Bruder irgendwann einmal zu mir gesagt, als ich noch ein Teenager war. Jahre später findet es seinen Niederschlag
in unseren Songs“, erklärt Herr Windschi die etwas andere Art der Traditionspflege. „Irgendwie sind wir doch alle Mondscheinbrüder und Mondscheinschwestern. Bei
Konzerten war es uns immer schon sehr wichtig, das Publikum nicht nur abzuholen, sondern mit einzubeziehen. Wir spielen zwar auf der Bühne für das Publikum, aber
auch mit ihm. Kellerkommando ist als Gemeinschaftserlebnis gedacht – und genau das soll auch diese Platte darstellen.“ Bleibt nur noch teuflisch gute Unterhaltung
zu wünschen, wenn der „Belzebub“ seinen frisch polierten Dunnerkeil schwingt!
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