Leto

Vor die Hunde

Postpunk mit Emo- und Indie-Anleihen, halbwegs junge Männer, die gerne Turbostaat, Captain Planet, Muff Potter und Love A hören und die man auf eben diesen Konzerten antrifft – außer bei Muff Potter.

Album Cover

Erscheinungsdatum: 31.08.2018

Die Spätfolgen von Punk haben in Hamburg und Umgebung besonders tiefe Spuren hinterlassen und Leto bewegen sich in diesen Bahnen mit einer beinahe beunruhigenden Sicherheit für einen Debütanten. Also alles wie schon oft gehört? Dann doch nicht ganz.

Die zwölf Songs überzeugen mit einer überraschenden instrumentalen Komplexität, die insbesondere Phills Gitarrenspiel zu verdanken ist und dessen Beschäftigung mit Metal und Hardcore neben deutschsprachigem Punk maßgeblichen Einfluss auf diese Überraschungsmomente besitzt. Die beiden Sänger Jannes (Gitarre) und Paul (Bass) führen scharfsinnige Texte in wechselnden Farben und Stimmlagen von Emo-Elementen bis zu glasklarem Gesang aus und hinter allen und allem hält Drummer Pascal der Band mit der Präzision eines Uhrwerks den Rücken frei.

Am 15. Juni ist mit „Into the wild“ die erste Single des Albums erschienen. Der Song mit dem längsten Intro steht exemplarsich für ein typisches Leto-Merkmal: Zwischen sperrigen Strophen und überraschend hymnischen Refrains lotet die Band ihre Extreme aus.
„Wir sehn alle gleich aus / Wir sind alle gleich drauf / Die Dinge nehmen ihren Lauf / Wir singen alle: Scheiß drauf“ heißt es unter anderem und es trifft die Stimmung, die Leto umtreibt. „Wir wollten ein Album über den Zerfalls eines prosozioalen Miteinanders schreiben“, so die Band über ihre Arbeit an Vor die Hunde.

Das Hamsterrad, die persönliche Standortbestimmung, der Wettbewerb, höher, schneller, weiter – von all dem erzählen die zwölf Songs. Düstere und schrägere Klänge wie in „Lego“ („Wo fängst du an, wo hört sie auf? / Wo fängt sie an, wo hörst du auf? / Wann hört ihr endlich damit auf?“) wechseln mit tanzbarem, melodiösem Pop-Punk in „1000“ („All die Fragen hast du mir verraten / nur beantworten muss ich sie selbst“) oder „Licht im Fenster“ („Doch von deinen zwei Wänden bröckelt der Putz / Fallen die Fotos rauf auf den Schutt / Und es lösen sich die vergilbten Gardinen“). Bis zu brachialeren Tönen, die ab Sekunde 1 mitten ins Gesicht schlagen in „Anja und Peter“ („Anja, hast du das schon gehört? / Hast du das Video gesehn? / Ach, Peter, ist doch kein Problem / Das kann doch jedem mal geschehen“) variieren Leto die Möglichkeiten des Genre-Mixes.

2017 haben Leto Vor die Hunde zusammen mit Produzent Olman in den Hertzwerk-nullzweistudios realisiert. Prettylivesessions haben Leto bereits Monate vor dem Release zu sich ins Studio eingeladen, wo die Band „Nicht meine Farben“ live eingespielt hat. Der Video-Release folgt in Kürze. Am 31. August 2018 erscheint Vor die Hunde auf CD, digital, schwarzem Vinyl und limitiertem Vinyl in Rot, Grün und Blau in Anlehnung an das Artwork von Julius Dettmer.

Trackliste

1. Zahn der Zeit
2. Karma
3. 1000
4. Lego
5. Licht im Fenster
6. Anja und Peter
7. Into The Wild
8. Asymptoten
9. Wüste
10. Nicht meine Farben
11. Irgendwann
12. Gold
Vor die HundeAlbum erhältlich bei

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