Red Manhole

Neue Schuhe

Sie nennen sich Red Manhole und nehmen für sich in Anspruch das größte Trio der Welt zu sein. Denn Pianoman Nilz, Sven am Sax und Schlagzeugerin Katha werden stets von Fred, dem imaginären weißen Hund im schwarzen Smoking begleitet. Der entstieg eines Nachts, so erzählen es die drei, aus einem roten Gulli und trällerte unbekümmert vor sich hin. Die nächtliche Begebenheit führte zum Bandnamen und inspirierte Nilz und Sven zum ersten Song. Hund Fred stellt seitdem auch das einprägsame Logo der Band dar und ist immer dabei.

Album Cover

Erscheinungsdatum: 04.04.2014

Das ist nun schon drei Jahre her. Red Manhole hat bereits mit dem ersten Album die süddeutschen Festivalbühnen mit einer wilden Mischung aus Rock, Indie, Ska, Hip-Hop, Indie, Klezmer und Psychopunk zum Kochen gebracht. Wenn sie auf der Straße spielen lockt ihre schrille Performance große Menschentrauben an und es kommt auch schonmal die Straßenbahn zum Stillstand weil zu viel gebannte Zuhörer zu dicht am Gleis stehen. Nun sind sie mit ihrer aktuellen Platte „Neue Schuhe“ auf Deutschlandtour. Ab dem 4. April spielen sie in 20 ausgewählten Clubs quer durch die Republik.

Zwischendurch spielen sie auch auf der Straße, in Wohnzimmern und auf Festivals. Wie schon auf dem Debütalbum klingt Red Manhole auch hier wieder als würden Erste Allgemeine Verunsicherung und Rammstein gemeinsam in einem osteuropäischen Hochzeitsstadel musizieren. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen ihrem „anarchischem Textwitz, der die Grenzen der Fantasie auslotet“ (Augsburger Allgemeine) und ihrer Weigerung sich in eine Genreschublade stecken zu lassen, gelingt es ihnen, Menschen aus allen Gesellschaftsschichten zu begeistern. Nilz und Sven nennen sich Zwillinge, der eine gut, der andere böse. Wie die Rollenverteilung aussieht kann man erahnen, wenn man sie live erlebt. Während sich Nilz in roten Jeans, mit Fünftagebart und rauchiger Stimme wild an seinem E-Piano austobt, springt und tanzt Sven im schwarzen Hemd und in Anzughose mit spitzen roten Schuhen über die ganze Bühne. Ihre taubstumme Stieftochter Katha spielt dazu ein deftiges rockiges Schlagzeug und verzieht dabei auf nahezu furchteinflößende Art und Weise kaum eine Miene. Während der gelegentlichen Soloeinlagen spürt man auch, dass alle drei ihre Instrumente virtuos beherrschen. Ihre Musik geht direkt in den Bauch und in die Beine und breitet sich dann im ganzen Körper aus.

Ihre Lieder handeln oft von skurillen Gestalten, wie beispielsweise dem Übermann, der schon immer da war und alles darf und alles kann, Zitat:"Hildegard von Bingen brachte ich zum Klingen." Oder der Titelsong des neuen Albums, in dem ein Mann mit ausgelatschten Schuhen über eine weiße Brücke geht, die nie zu enden scheint und dabei von einem Nashorn auf einem gelben Fahrrad überholt wird. Das Tier bietet ihm beim Vorüberfahren einen Lolly an, den er aber verschmäht. Hier spielt das E-Piano ein durchgehendes, hypnotisches Techno-Riff über dem eine balkaneske Saxofonmelodie abgefeuert wird bevor es in den rhythmisch betonten Gesangspart geht. Bei Live- Auftritten mit diesem Song kommt es häufig dazu, dass die Zuhörenden sich ihrer Schuhe entledigen und sie quer durch den Raum auf die Bühne werfen. So berichtete die Mainpost denn auch über ihren Auftritt beim Würzburger U&D Festival, der nach 60 Minuten wegen plötzlicher Unwetterwarnung abgebrochen werden musste mit der Überschrift: "Es flogen Zelte und Stiefel!" Red Manhole bewegt sich jedoch fernab von oberflächlicher Gute-Laune-Musik. Die Texte haben bei allem Non-Sense Poesie und Schneid und die instrumentalen Fantasiereisen wie Sleeping Reindeer-Part I erzählen Geschichten von Schmerz, Trauer und Versöhnung. Noch sind die drei ein Geheimtipp, aber gut möglich, dass sich das schon sehr bald ändert.
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