Tommy Finke

Ein Herz für Anarchie

Tommy Finkes viertes Album „Ein Herz für Anarchie“ bietet melancholisch-euphorischen Singer-/Songwriter-Rock mit Aufrichtigkeit und einem famosen Händchen für treffsichere Sprachbilder.

Tommy Finke
Die teils nachdenklichen, teils ungestümen und übermütigen Songs wurzeln tief in Traditionen der Siebziger- bis frühen Nullerjahre. Rio Reiser wird hier ebenso lebendig wie der aufgekratzte britische Post-Wave der Jahrtausendwende, ein Hauch elektronische Spielfreude und der Mut zur großen Geste.

Finke klingt frisch wie nie, doch sein Weitblick richtet sich nach hinten und überspringt mit Schwung die vergangenen zehn Jahre, als hätte es die gespielte Pseudozerbrechlichkeit und den selbstbesoffenen Betroffenheitspathos der deutschsprachigen Popwelt in der Zwischenzeit nie gegeben. Seine „Lieder mit Herz und Verstand gegen das postfaktische Zeitalter“ sind nicht länger die eines einsamen Grünschnabels mit Gitarre, sondern die eines musikalischen Masterminds mit Vollinstrumentierung und Lebenserfahrung, der große akustische Filme zwischen frühen Coldplay, mittleren The Cure und spätem Bosse auf die Leinwand bringt.
Text von: Oliver Uschmann

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