NEWS vom 30.08.2015 | dasFachblatt.de

Jean-Michel Jarre enthüllt alle Kollaborateure seines neuen Albumprojekts

Jean-Michel Jarre ist zweifellos einer der wichtigsten und einflussreichen Persönlichkeiten der elektronischen Musik. Mit "ELECTRONICA 1: The Time Machine" veröffentlicht er nun sein bisher ehrgeizigstes Projekt. Unter dem Arbeitstitel "E-Project" nahm Jarre das neue Album in den letzten vier Jahren mit insgesamt 16 Kollaborateuren auf - und beweist damit endgültig, wie nachhaltig sein Einfluss und wie tief verankert sein Name in der weltweiten Musikszene ist.

Jean-Michel Jarre enthüllt alle Kollaborateure seines neuen Albumprojekts
Um seine ganz persönliche Geschichte der elektronischen Musik zu erzählen, versammelte Jarre für "ELECTRONICA" Newcomer wie Gesaffelstein und Little Boots neben Veteranen der elektronischen Musikgeschichte wie Massive Attack, Moby, Tangerine Dream und John Carpenter.

"Ich wollte eine Geschichte der elektronischen Musik und ihres Vermächtnisses aus meiner ganz eigenen Perspektive und Erfahrung erzählen - von meinen eigenen Anfängen bis heute", sagt Jarre: "Ich begann die Welt zu bereisen und gemeinsam mit den Künstlern zu komponieren und zusammenzuarbeiten, die direkt oder indirekt mit der Szene verbunden sind - Künstler, die ich für ihren unverkennbaren Sound und für ihre einzigartigen Impulse bewundere und die sich wiederum für mich als Quelle der Inspiration entpuppten. Ich hatte da diese Idee aber keinen Schimmer, wie sich das Projekt entwickeln würde. Das am Ende alle Künstler dabei sein wollten, hat mich zutiefst berührt."

"Für mich ist JMJ ein Pionier. Er hat für die Weiterentwicklung der elektronischen Musik so viel getan und bedeutet vor allem der Generation von Künstlern, der ich angehöre - Daft Punk, Phoenix, Justice - immens viel. Wir trafen uns nach einem meiner Konzerte in Paris und begannen darüber zu reden, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte. Für mich stellte dies die unfassbare Möglichkeit dar, mit einem meiner ewigen Helden zusammenarbeiten zu können", so Anthony Gonzales von M83, befragt danach, wie es zu der Kollaboration der beiden auf dem Track "Glory" kam - der ersten offiziellen Singleveröffentlichung im Mai aus Jarres neuem Album.

Bis dato hat Jarre aus dem neuen Album die Kollaborationen mit M83, Gesaffelstein, Massive Attack, Armin van Buuren und Tangerine Dream als Instant Gratifaction Tracks und teilweise auf Vinyl veröffentlicht - letzterer Track übrigens stellt eine der letzten Aufnahmen des kürzlich in Wien verstorbenen Edgar Froese dar. Das komplette Tracklisting von "ELECTRONICA Part 1: The Time Machine" enthüllt jetzt neue Kollaborationen mit Moby, Boys Noize und Fuck Buttons und unterstreicht zugleich, dass Jarres Interesse an Dance Music noch viel weiter reicht als auf seiner letzten Remix-EP angedeutet, auf der u.a. Above & Beyond und Steve Angello zum Zuge kamen.

"Jean-Michel ist einfach eine wahnsinnige Inspiration für mich", sagt van Buuren: "Er ist absolut auschlaggebend, wenn ich sagen müsste, weshalb ich der elektronischen Musik verfallen bin. Er war gleich in mehrerlei Hinsicht ein Vorreiter, und das hat mich tief beeindruckt und ermutigt. Die Geschichte von Trance müsste ohne seinen Einfluss neu geschrieben werden."

Auch echte Sound Veteranen wie Air, Laurie Anderson und sogar Pete Townshend von The Who und Lang Lang sind auf "ELECTRONICA 1" zu finden. Vince Clarke (Depeche Mode und Erasure) ist gleich auf zwei Tracks dabei. "Wir beide", sagt Clarke, "teilen dieselbe Wertschätzung für das Schöne, das Einfache und den Sound unserer Synthesizer."

Jarre bestand bei der Produktion von "ELECTRONICA 1" darauf, alle seine Mitstreiter persönlich zu treffen und mit ihnen gemeinsam zu arbeiten. Diesem ebenso aufwändigen wie sorgfältigen Ansatz ist es zu verdanken, dass das Album trotz der Vielseitigkeit der Kollaborateure eine in sich geschlossene Stimmung aufweist. Man könnte auch sagen: Nur ein Visionär ist imstande, eine solche Legion von Künstlern unter Kontrolle zu halten.

"Er hätte es sich leicht machen können und uns alle von Paris aus per Email einbinden können, wir hätten uns Soundfiles hin und her geschickt", so Moby "Aber sich die Mühe zu machen und sich nicht nur mit jedem einzelnen von uns gleich mehrfach hinzusetzen und im Studio zusammenzuarbeiten, sondern darüber hinaus in diesem Prozess alle Beteiligten so derart zu fordern, dass sie über sich selbst als Musiker Neues erfahren - das ist es doch was dieses Album so interessant macht. Es ging hier nicht bloß darum, dass elektronische Musiker miteinander kollaborieren - hier kamen Menschen zusammen, und daraus entstanden einzigartige Momente. Ich bin sehr stolz dabei sein zu dürfen."

Über Jean-Michel Jarre:

Jean-Michel Jarre ist einer der Pioniere, die über den Zeitraum der letzten vier Jahrzehnte die Geschichte der elektronischen Musik maßgeblich beeinflusst haben - sein Durchbruch gelang ihm bereits 1976 mit der Veröffentlichung seines legendären Albums "Oxygene".

Viel schwerwiegender aber war die Bedeutung von "Oxygene" als Wegbereiter dessen, was wir heute als Weltphänomen elektronische Musik kennen - das erfolgreichste Musikgenre aller Zeiten. Seine Musik riss Kompositionslehren und Produktionsdogmen der Vergangenheit nieder, und mit bis heute über 80 Millionen weltweit verkauften Alben gehört Jean-Michel Jarre zu den erfolgreichsten Musikern der Geschichte. So wird Jarre von DJs und Musiker aus der Szene immer wieder als wichtiger Einfluss und Impulsgeber genannt- nicht nur in Punkto Musik, sondern auch für seine bahnbrechenden Live-Shows und gigantischen Site-Specific-Performances.
Mit seinen Konzerten an spektakulären Orten trug sich Jarre gleich mehrfach ins Guinness-Buch der Rekorde ein. Als erster Popstar des Westens wurde er 1981 eingeladen, im Post-Maoistischen China zu spielen. Andere denkwürdige Konzerte fanden zum Milleniumswende vor der Kulisse der Pyramiden von Gizeh, in der Sahara (2006) und vor dem Eiffelturm (1995) statt. Und nicht zuletzt hält Jean-Michel Jarre bis heute den Weltrekord an Konzertbesuchern - in Moskau spielte er 1997 vor über 3,5 Millionen Zuschauern.
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