LE FLY - Hamburgs feinste Konzert Zerleger zwischen Rock, Rap und Ska sind zurück

und das mit einer Macht und peitschenden Dringlichkeit, dass dabei nicht nur die Ohren schlackern. Bereits Anfang vergangenen Jahres erschien mit „Walk of Fame“, LE FLYs satirischer Abrechnung mit dem US-Präsidenten-Wahlkampf, der erste Vorab-Track ihres vierten Albums „La Vie, Oder Was?“. In diesem Jahr eröffnete nun „Alessio“ den Reigen der offiziellen Vorab-Singles zum Album, ein grandioser Track, der sich mit falschen Götzen und fehlgeleiteter Selbstgeilfindung in sozialen Netzwerken auseinandersetzte. Beide Songs bewiesen, dass LE FLY, generell ja vor allem eine Band, die auf Konzerten Freude, Fun und Vielseitigkeit zu einem funky Hexenkessel verrührt, mit ihrem vierten Album viele gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen und in ihrer unvergleichlich lässig-ironischen Art in brillante Texte formen.

LE FLY - Hamburgs feinste Konzert Zerleger zwischen Rock, Rap und Ska sind zurück
Fotocredit: Martin Bauendahl
Nun folgt mit „L’amour“ die zweite offizielle Single, die sich mal wieder ganz um die Kernkompetenz des Quintetts dreht: „Wir reiben alle ein mit Liebe pur.“ So heißt es auch im dazugehörenden Refrain, wieder einmal verpackt in eine Hook, die unmittelbar in Beine und Ohren geht: „L’amour / Wir teilen und geben weiter in einer Tour / L’amour / Wir haben das Allheilmittel weiterentwickelt mit Bravour / Gegen Stress, gegen Angst, gegen Hass, ja, da hilft nur / Nur L’amour.“ Das gilt im Grunde für fast alle, aber eine Ausnahme wird konsequenterweise auch hier gemacht: „Jeder Longboard-Horst mit ‘ner Billabong Shorts / Jeder Karotten-Jeans G, der sein Spiegelbild liebt / Sogar die Masse, die laut jubelt und keinen Plan hat von Rap / Und auch der Nachbar, der laut pöbelt wegen Scratches um 6 / (...) / Selbst jede Wespe, die dich sticht, hat sehr viel Liebe verdient / einfach alle außer du, wenn du die AFD wählst.“

Es sind durchaus neue Töne im Hause LE FLY - aber sie stehen der Band ausgezeichnet. Das wirklich Besondere an dieser zweiten Single eines Albums, das wohl viele mit einem Grinsen im Gesicht durch den Sommer tragen wird, ist allerdings das Video - es dürfte zu den aufwändigsten Videoclips gehören, die je eine deutsche Band produziert hat. Unter der Regie von Xander Bartole, produziert von Holobay und Streetsmart Media, haben LE FLY mit einer neuen „Virtuell Production“-Technik gearbeitet. Im Cinegate Studio wurden gewaltige Videowalls der Firma PRG aufgestellt, auf die im Grunde jedes x-beliebige Szenario projiziert werden kann, während die Band im Vordergrund ihre Szenen spielt. „Man muss sich das vorstellen wie einen Green Screen, nur halt next generation und mit bewegten Hintergründen“, erklärt LE FLY-Drummer Rob. Dass sie die Technik gleich voll ausgereizt und ein extrem mitreißendes Video produziert haben, in dem es um Splatter und Liebe geht - „L’amour“ eben - ist nun die Großtat aller Beteiligten, die das Video zu einem der aufregendsten macht, das man in diesem Jahr zu sehen bekommen dürfte.

Neben zwei weiteren anstehenden Singles und dem am 26.08. erscheinenden Album kann man LE FLY nun auch endlich wieder live dabei zuschauen, wie sie die Club- und Festivalbühnen generalstabmäßig abreißen. Neben 15 gebuchten Festival-Auftritten sei hiermit auf die große Tournee im Oktober hingewiesen, die LE FLY zusammen mit DAS PACK durch zwölf deutsche Städte führt.

LE FLY & DAS PACK: „Doppelklatsche 2022“ - Tour

13.10. Berlin, Cassiopeia
14.10. Hannover, Faust
15.10. Bochum, Rotunde
18.10. Kassel, Goldgrube
19.10. Nürnberg, Z-Bau
20.10. Dresden, Groovestation
21.10. Jena, Rosenkeller
22.10. Bremen, Tower
26.10. Düsseldorf, The Tube
27.10. München, Backstage
28.10. Stuttgart, clubCANN
29.10. Köln, Helios 37
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