Simon McBride spielt kommende Tourdaten von DEEP PURPLE

Selten (aber doch!) kommt in der Musikwelt ein wahrer Alleskönner daher. Einer mit dem Potenzial, alles umzukrempeln und einer altehrwürdigen Disziplin (wie jener der Rockmusik) einen ganz neuen, frischen Anstrich zu verpassen. Der Ausnahmegitarrist, Sänger und Songwriter Simon McBride ist genau so jemand — und wer den gebürtigen Nordiren schon einmal live gesehen hat (zum Beispiel als Sideman der Deep-Purple-Legenden Don Airey oder Ian Gillan), zweifelt keine Sekunde daran.

Simon McBride spielt kommende Tourdaten von DEEP PURPLE
Fotocredit: Franz Schepers
Keine Frage, McBride ist ein virtuoser Gitarrist. Einer, in dessen DNA die Finesse und Klasse von Blues-Rock-Legende Gary Moore gleichermaßen stecken wie die virtuosen, aber stets melodischen, versatilen Hochgeschwindigkeitslicks von Joe Satriani, Steve Lukather oder Eddie Van Halen. Einer, der die Lehre von Deep Purple genau so liebt und aufgesogen hat wie die Musik von Jimi Hendrix und Yes. Einer, der erdige Rock-Riffs genauso locker aus dem Ärmel schütteln kann wie ehrfurchterregende Sololäufe. Dabei steht bei McBride aber stets das Allerwichtigste im Vordergrund: der Song.

„Ich begann als sogenanntes ‚Wunderkind‘ im Alter von 15 Jahren und gewann den Titel ‚Guitarist Of The Year‘ in Großbritannien. Kurze Zeit später trat ich einer Heavy-Metal-Band namens Sweet Savage bei. Ich tourte mit Andrew Strong (von The Commitments) durch die ganze Welt“, blickt McBride auf die Anfänge seiner musikalischen Biografie zurück. „2008 startete ich meine eigene Solokarriere und trat mit verschiedenen Künstlern wie Joe Satriani, Jeff Beck und Derek Trucks auf. Ich habe die Welt bereist, machte Clinics für PRS Guitars und hatte andere Endorsements. Ich wurde zum Gitarristen von Don Airey und Ian Gillan auserkoren und habe mehrere Alben mit ihnen aufgenommen“.

McBride hat mit den Großen gespielt, von ihnen gelernt — und ist selbst auf dem besten Weg, in deren Liga aufzusteigen. Oder wie es Ian Gillan formulierte: „Ihr solltet euch echt mal diesen Jungen anschauen, der bei mir Gitarre spielt!“

Zu guter Letzt soll an dieser Stelle noch eine legendäre Geschichte erwähnt werden, die viel über McBrides Arbeitsethik und ungeheuren Fähigkeiten aussagt: Bevor die Zusammenarbeit zwischen ihm und earMUSIC besiegelt wurde, lud ihn das Label zu einer besonderen Challenge ein. McBride hatte gerade einen Day Off in Hamburg. Die Ansage: „Komm in die Chameleon Studios und nimm live auf, ohne Overdubs und zwar so viele Stücke, wie du kannst“. McBride ließ sich nicht lange bitten und spielte binnen kürzester Zeit 20 Songs ein, als wäre es keine große Sache — und zwar in perfekter Studioalbum-Qualität. „Na, habe ich die Challenge bestanden?“, fragte McBride beim anschließenden Abendessen. Natürlich hatte er das — und zwar wie es kein anderer gekonnt hätte!
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