NEWS vom 12.02.2014 | dasFachblatt.de

UNMAP auf Tour - auch mit der neuen Single

nach ihren beindruckenden Konzerten auf der 10-Jahre-Sinnbus Festivaltour gehen UNMAP nun mit ihrem aktuellen Album "Pressures" auf eigene Tour. Die Band stellt
dabei auch ihre neue Single "Prirates" vor, ein kräftiges, rollendes Stück im musikalischen Spannungsfeld zwischen Elektrosoul, HipHop und Indie.

UNMAP auf Tour - auch mit der neuen Single
Als Mariechen Danz und Alex Stolze gemeinsam Musik zu machen beginnen, geht es zunächst noch nur um die Soundtracks, die die irische Künstlerin für ihre Performances benutzt. Doch schnell verselbständigt sich das Material und entwickelt eine spannende Eigendynamik, schnell verlangen die Stücke nach einem größeren Rahmen und wachsen schließlich zu der Band heran, die eigentlich überhaupt nicht geplant war: UNMAP.

Danz und Stolze beginnen, die Stücke von Neuem zu bearbeiten, nach dem Wesentlichen zu suchen, den wilden, ursprünglichen Kern der Ideen frei zu legen. Gerüstet mit den ihnen eigenen Herangehensweisen als bildende Künstlerin auf der einen und als erfahrener Musiker (Bodi Bill, Dictaphone) auf der anderen Seite und verbunden durch die tiefe Vertrautheit, die beide aus früherer Zusammenarbeit schöpfen können, wird nach und nach die Idee dessen verfeinert, was das kommende Projekt ausmachen soll: dunkel bedrohliche Kammer-Popmusik, pulsierend treibender Elektro-Soul mit Einflüssen aus R&B, aus Hip Hop, aus Electronica und Noise. Mit der ausformulierten Vision stoßen der Berliner Producer und Bassist Matthias Geserick und Drummer Thomas Fietz dazu. Zusammen arbeitet das Quartett an den Entwürfen weiter, schneidet und kürzt, stellt Bestandteile um und arrangiert das gesamte Konstrukt neu, nur um mitunter ziemlich genau am Ausgang der Arbeit anzugelangen, in dem offenbar ein kraftvoller, zeitloser Kern zu stecken scheint.

Tatsächlich steht die Musik auf diesem Debütalbum für sich selbst. Dank der sorgsamen Produktion aus den Händen von PC Nackt (Apparat, Warren Suicide) und Marco Haas (T.Raumschmiere) öffnen die zehn Stücke ihren eigenen Kosmos: vom düster schimmernden "Pirates" zum infernalischen Ausbruch im klaustrophobischen "Altar", vom atemlosen "The Gold Route" zum erhabenen "Monkey Effort", vom verdrehten "Purify" zur kühlen Lässigkeit von "A B C" zeichnen Unmap einen aufregend erfrischenen Entwurf von Pomusik, der wie nebenbei all die Geschichte dieser Zeit in sich birgt: soziale Strukturen und die Hierarchien, in die wir uns begeben und die uns aufgesetzt werden. Bedrückende Beschreibungen von Paranoia, Protest und Kolonialismus. Die Grenzen des Denkens, der Religion und der Sprache. Die Täuschungen von Macht und die Schwere des Unbeständigen werden von der entrückten Eigenartigkeit dieser Stücke getragen und stehen in direkter Reibung zur ihrer Intimität. Möglicherweise ist es der ursprüngliche Ansatz dieser Musik, die anfänglich eben für einen ganz anderen Zweck entworfen wurde, der "Pressures" zu einem so faszinierenden und verstörend schönem Album macht.